Haarausfall bei Hunden durch Leishmaniose

Die Leishmaniose ist eine durch Parasiten (über die Sandmücke) ausgelöste Infektionskrankheit. Sie kommt weltweit vor und betrifft sowohl Tiere wie auch Menschen.

Am häufigsten verbreitet ist diese Krankheit in den Tropen und im östlichen Afrika. Auch im Mittelmeerraum und in Asien kommt die Leishmaniose häufig vor. Da gerne Hunde aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland importiert werden, ist die Leishmaniose auch hierzulande ein Thema.

Sandmücken sind nicht besonders flugtauglich. Daher halten sie sich gerne in Bodennähe auf und suchen von dort ungeschützte Körperpartien auf.

Gesunde Hundebabys

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Ursachen für Haarausfall bei Hunden durch Leishmaniose

Die infektiöse Krankheit wird durch die Sandmücken übertragen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Sandmückenpopulation eingedämmt, da mit Hilfe von Insektiziden gegen die Anophelesmücke (überträgt Malaria) vorgegangen wurde. Seitdem der Einsatz von DDT zurückging, hat sich auch die Sandmücke wieder stark ausgebreitet. In Sizilien tragen ihretwegen vier von fünf Hunden (an die 80 Prozent) den ansteckenden Parasiten.

Die Leishmanien sind Einzeller. Ihr Angriff gilt den weißen Blutkörperchen im Knochenmark, wodurch Organe geschädigt werden, die – wenn sie unbehandelt belieben – schwere gesundheitliche Schäden verursachen oder zum Tod führen können.

Übertragungsarten der Leishmaniose

Es kommt vor, dass eine Übertragung über die Plazenta einer trächtigen Hündin stattfindet. Innerhalb des Wurfes kann es infizierte und gesunde Welpen geben. Die Weitergabe durch das Blut ist hier also nicht zwangsläufig gegeben.

Es gibt keine Nachweise für eine direkte Übertragung von Tier zu Tier oder von Tier zu Mensch. Betroffene Tiere mit offenen Ekzemen weisen im Wundsekret der erkrankten Haut Leishmanien auf. Im Blut selbst sind sie nicht nachzuweisen. Ausnahme sind HIV-Infizierte, die gleichzeitig an Leishmaniose erkrankt sind.

Der Kontakt vom Ekzem des Hundes in eine offene Stelle oder das Blut beim Menschen ist theoretisch ansteckend. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kinder in Kontakt mir infizierten Hunden kommen.

Leishmanien können an der bzw. in der Luft nicht überleben. Sie brauchen die feuchte Umgebung. Sobald Wundsekret angetrocknet ist, ist die Gefahr einer Übertragung gebremst.

Symptome der Leishmaniose beim Hund

Die Anzeichen einer Ansteckung sind je nach Art und Herkunft des Erregers unterschiedlich. Um bei auftretenden – auch diffusen – Beschwerden möglichst früh eine Leishmaniose ausschließen zu können, kann ein Leishmaniose-Test durchgeführt werden. War der Hund mit im Urlaub oder stammt er sogar daher, ist dies ratsam.

Die ersten Symptome können unter anderen wie folgt aussehen:

  • Allgemein geschwächter Zustand (träge, appetitlos, lahmer als zuvor)
  • Durchfälle
  • Beginnender Gewichtsverlust
  • „ausgfranste“ Ohren (leichte, mehrfache Einrisse)
  • Schuppenbildung (Ohren, Kopf, gesamter Körper)
  • Hautveränderungen (offene Wunden, oft kreisrund und schlecht heilend)
  • Getrocknete Verkrustungen (oft am Kopf)
  • Offene Wunden an den Beinen
  • Wundbildung an der Nase
  • Haarausfall (an den Hinterbeinen, um die Augen als sogenannte Brillenbildung, kompletter Fellverlust)
  • Entzündete Augenpartien (Hornhaut, Bindegewebe, Iris)
  • Beschleunigtes Krallenwachstum mit brüchiger Substanz
  • Veränderte Gesichtsmuskulatur
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Nasenbluten
  • Annahme von fauligem Geruch (Hinweis auf innere, organische Erkrankung)

Diagnose und Behandlung von Haarausfall durch Leishmaniose beim Hund

Aufgrund der vielfältigen Krankheitsbilder kommen eine Reihe von Untersuchungs- und Befundmöglichkeit in Frage. Neben Blutuntersuchungen und Antikörpertests steht ein Leishmaniosetest der Universität Zürich zur Verfügung. Weitere spezielle Untersuchungen des Knochenmarks (Punktion) und der Lymphknoten können notwendig sein.

Behandlung von Haarausfall bei Hunden durch Leishmaniose

Der Krankheitsverlauf einer Leishmaniose kann so unterschiedlich sein, dass es nicht nur einer genauen Diagnose sondern auch einer individuell angepassten Behandlung bedarf. Eine Behandlung mit Chemotherapie kann nötig werden.

Vorbeugend gegen eine Ansteckung mit einer Leishmaniose-Arten können speziell wirkende Shampoos oder Halsbänder angewendet werden. Eine Immunisierung durch Impfung gibt es derzeit nicht. Prophylaxe ist der beste Schutz.

Leishmaniose beim Menschen

Ist es zu einer Infektion durch Leishmaniose beim Menschen gekommen, können je nach Leishmania-Art unterschiedliche Krankheitsbilder auftreten. Die Arten sind geografisch unterschiedlich aufgestellt. Die Formen der Leishmaniose werden in drei große Gruppen unterteilt:

  1. Innere Leishmaniose (viszerale Leishmaniose)

Sie ist auch bekannt unter dem Namen Dum-Dum-Fieber, Schwarzes Fieber oder Kala-Azar. Es werden die inneren Organe befallen. Die Erkrankung muss behandelt ärztlich behandelt werden, da immer noch tödlich endende Krankheitsverläufe vorkommen.

  1. Hautleishmaniose (kutane Leishmaniose)

Sie trägt auch die Namen Bagdad-, Orient- oder Aleppobeule. Bei dieser Form der Leishmaniose ist die äußere Haut betroffen. Nach den klassischen Einstichreaktionen (Rötung, Jucken) bilden sich Knötchen und Geschwüre an der betroffenen Stelle. Weiter wird unterschieden in feuchte und diffuse Leishmaniose. Die letztere heilt nicht ohne Behandlung aus. Das Gesicht ist sehr häufig betroffen und es bleiben Narben, teils mehrere Zentimeter groß, zurück.

  1. Schleimhautmaniose (mukotane Leishmaniose)

Sie ist unter anderem als Uta oder Espundia bekannt. Wie die kutane Leishmaniose befällt sie auch die Schleimhäute. Der Krankheitsverlauf ist langwierig und belastend, wobei die Haut starke Schäden erleiden kann, weshalb eine Behandlung dringend erforderlich ist.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Untersuchung und Diagnose durch den Tierarzt. Ziehen Sie in jedem Fall oder bei Verdacht auf eine Leishmaniose fachärztlichen Rat hinzu und nehmen die Behandlung der Erkrankung in Anspruch.